Der Satz

Der Satz


 

Die Sprechskte sind universelle Kategorien, sie unterscheiden sich nicht in den verschiedenen Sprachen. Einzelsprachlich unterscheiden sich voneinander die Äüßerungen.

  • Äußerungen sind einzelsprachliche Realisierungen der Sprechakte.
  • Die Äußerung ist vom Satz zu trennen. Die Äußerung ist eine kommunikative Einheit, der Satz ist eine syntaktische Einheit (Engel 1996: 179 ff.).

 

  • Die Äußerungen sind meistens Sätze:

          Würden Sie bitte die Tür zumachen!

Es gibt aber Äußerungen, die keine  Sätze sind:

          Guten Tag!

  • Es gibt Sätze (im weitesten Sinne, besser gesagt: satzartige Konstrukte), die keine Äußerungen sind:

          dass er nicht mitmachen möchte

  • Äußerungen sind nach ihrem Verständigungszweck, Sätze nach ihrer Korrektheit zu beurteilen (Engel 1996: 179 f.).

Der Ausdruck Die Tür! ist eine Äußerung, die je nach dem Kontext unterschiedlich interpretiert werden kann (Engel 1996: 179):

Würden Sie bitte die Tür zumachen!

          Vorsicht, die Tür ist offen!

          Sie haben schon wieder die Tür offen gelassen!

          Sie könnten es vielleicht mal bei der Tür probieren.

usw.

  • Die satzatigen Äußerungen sind eindeutiger. Man kann sie präzisieren, indem man ein sprechaktbeschreibendes Verb verwendet:

Ich bitte Sie, die Tür zuzumachen.

          Ich warne Sie, die Tür offen zu lassen.

          Ich werfe Ihnen vor, die Tür offen gelassen zu haben.

          Ich schlage vor, es einmal bei der Tür zu probieren.

  • Sätze sind potenziell autonom. Sie können ohne Kontext und ohne Situationshilfe als Stellungnahme zur außersprachlichen Wirklichkeit erkannt werden.

          Er kommt.

Dieses Merkmals entbehren andere satzartige Konstrukte:

          dass er kommt.

  • Jeder Satz hat ein finites Verb. Es verleiht ihm, die Fähigkeit, Stellungnahmen zur außersprachlichen Wirklichkeit zu formulieren, h. Aussagen darüber zu machen, ob etwas der Fall ist, war, sein könnte, sollte usw. Die infiniten Verbformen sind in dieser Hinsicht neutral (Engel 1996: 180).
  • Engels (1996: 180) Definition des Satzes lautet:

Der Satz ist ein sprachliches Konstrukt, das

– ein finites Verb enthät,

– kein Element enthält, dass ihn anderen Elementen unterordnet, somit (mindestens potenziell) autonom ist und

– sich in besonderer Weise zur Vereindeutigung von Sprechakten eignet.

 

–   Der Nebensatz ist ein sprachliches Konstrukt, das

– ein Hauptverb (Vollverb), meist auch ein finites Verb enthät,

– einem Element unterordnet ist, somit nicht  autonom ist und

– sich nicht zum Ausdruck von Sprechakten eignet.

Der Begriff Satz bezieht sich demzufolge nicht auf Nebensätze, weil sie u. a. nicht autonom und einem Regens untergeordnet sind.

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Aus den oben genannten Unterschieden geht hervor, dass die Nebensätze nach Engels Satzdefinition keine Sätze sind Sie sind Bestandteile von Sätzen. Sie gehören als Satzglieder oder als Attribute zum Satz.

Sätze und Nebensätze weisen auch Gemeinsamkeiten auf: sie enthalten ein Hauptverb (Vollverb) und i. d. R. auch Satzglieder. Sätze und Nebensätze werden satzartige Konstrukte oder Verbalphrasen im weiteren Sinne genannt.

Wir haben über ein Problem gesprochen.

  • Dieser Satz enthät zwei Verben (ein Hilfsverb und ein Hauptverb) und zwei Satzglieder (wir und über ein Problem).
  • Der Nebensatz (Relativsatz)

das bis morgen gelöst werden muss

          enthät drei Verben (ein Hilfsverb, ein Modalverb und ein Hauptverb) und zwei Satzglieder (das und bis morgen).

Die Gesamtheit der Verben in einem satzartigen Konstrukt (der niedrigsten Komplexität) heißt Verbalkomplex oder Verbalphrase im engeren Sinne:

Wir haben über ein Problem gesprochen, das bis morgen gelöst werden muss.

In diesem Beispiel (Satz) sind zwei Verbalkomplexe enthalten: haben gesprochen und gelöst werden muss.

  • Sätze lassen sich nach der Anzahl der Verbalkomplexe und nach der Stellungnahme zum Sachverhalt einteilen.

Nach der Anzahl der Verbalkomplexe gibt es Sätze mit einem Verbalkomplex und solche mit mehr als einem Verbalkomplex.

Satze mit einem Verbalkomplex sind Hauptsätze. Das sind einfache Sätze, d. h., dass sie keinen Nebensatz einschließen:

          Ich habe das nicht gewusst.

  • Sätze mit mehr als einem Verbalkomplex heißen Obersätze oder komplexe Sätze. Sie schließen mindestens einen Nebensatz ein:

Er weinte, weil er draußen bleiben musste.

  • Die Begriffe Obersatz und komplexer Satz beziehen sich auf die Betrachtungsweise des Nebensatzes.

Je nachdem, ob die interne Dependenzstruktur des Nebensatzes Untersuchungsgegenstand ist oder nicht, handelt es sich um einen komplexen Satz oder um einen Obersatz.

Man spricht von einem Obersatz, wenn der Nebensatz hierarchisch-strukturell nicht aufgegliedert wird.

Wenn auch die interne Dependenzstruktur des Nebensatzes untersucht wird, handelt es sich um einen komplexen Satz.

Im Diagramm des Obersatzes wird der Nebensatz als Satellit dargestellt.

Der Nebensatz hat den Rang eines Untersatzes (eines untergeordneten Satzes).

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Wenn in einem Obersatz der Nebensatz ausgelassen wird, bleibt ein satzartiges Konstrukt übrig, das Obersatzrest heißt.

Der Obersatzrest ist eine grammatisch und/oder semantisch defekte Struktur.

          Dass du die Prüfung bestanden hast, freut mich.

Der Obersatzrest  (freut mich) ist in diesem Beispiel ungrammatisch, weil der Nebensatz ein obligatorisches Subjekt ist. Es handelt sich um einen hauptsatzförmigen Obersatzrest.

Der Obersatzrest des Satzes

Ich habe die Prüfung bestanden, weil ich Glück hatte.

Lautet: ich habe die Prüfung bestanden. Er ist semantisich unvollständig, da die Information fehlt, die der Nebensatz vermittelt. Auch hier handelt es sich um einen hauptsatzförmigen Obersatzrest.

  • Die Begriffe Obersatz und Obersatzrest lassen sich auf den Nebensatz herunterbrechen (anwenden).
  • Ein Nebensatz, den einen weiteren Nebensatz einschließt, ist ein Obersatz. Z. B.:

Ich sehe ein, dass ich keine guten Leistungen erzielen kann, wenn ich nicht regelmäßig lerne.

Der Nebensatz dass ich keine guten Leistungen erzielen kann, wenn ich nicht regelmäßig lerne schließt den Nebensatz wenn ich nicht fegelmäßig lerne ein.

  • Der Nebensatz dass ich keine guten Leistungen erzielen kann ist der nebensatzförmige Obersatzrest zum Nebensatz wenn ich nicht regelmäßig lerne, der sein Untersatz ist.
  • Das Beispiel:

          Ich sehe ein, dass ich keine guten Leistungen erzielen kann, wenn ich nicht regelmäßig lerne.

ist ein mehrstufiger Obersatz.

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Das Beispiel:

Ich sehe ein, dass ich keine guten Leistungen erzielen kann, wenn ich nicht regelmäßig lerne.

enthält zwei Obersatzreste:

– einen hauptsatzförmigen Obersatzrest

ich sehe ein und

– einen nebensatzförmigen Obersatzrest

dass ich keine guten Leistungen erzielen         kann.

Nach der Stellungnahme zum Sachverhalt gibt es folgende Satzarten: Aussagesätze (Konstativsätze), Fragesätze (Interrogativsätze) und Imperativsätze. Mit den Satzarten kann man Sachverhalte feststellen, in Frage stellen oder fordern.

Im Aussagesatz steht das finite Verb an der zweiten Stelle. Es kann jede Form außer der des Imperativs haben.

Wir haben gestern die Chemieprüfung bestanden.

Im Fragesatz steht ein Fragewort vor dem finiten Verb oder dieses steht im Vorfeld.

– Ergänzungsfragen (w-Fragen)

          Wann habt ihr die Prüfung bestanden?

– Entscheidungsfragen (Ja/Nein-Fragen)

          Habt ihr die Prüfung bestanden?

Im Imperativsatz steht das finite Verb im Vorfeld und es hat die Imperativform.

          Lernen Sie bitte die Satzarten.

Der Satz besteht aus Satzgliedern. Ein Satzglied ist ein Satellit, das unmittelbar vom Verb abhängt und relativ frei austauschbar ist (ein Satzgliedparadigma bildet) – (Engel 1996: 183).

Die Austauschbarkeit wird mit der Ersatzprobe ausgewiesen. Ein Satzglied muss mindestens durch ein Element ersetzbar sein. Das ist der Minimalbestand eines Paradigmas. Mit anderen Worten: es muss mit mindestens einem Element kommutieren.

Im folgenden Beispiel ist das Personalpronomen es ein Satzglied, da es ersetzbar ist.

Ich habe ein Buch gekauft. Es kostet 20 Euro.

          Es / Das / Das Buch kostet 20 Euro.

Im Beispiel:

          Es regnet den ganzen Tag.

hat das Personalpronomen es diesen Status nicht, weil es nicht ersetzbar ist.

          *Das regnet…

Nach Helbig/Buscha (2001: 444 f.) bestehen Satzglieder aus einem oder mehreren Wörtern. Sie müssen ersetzbar sein und sich nur als Ganzes um das finite Verb herum bewegen lassen.

Die Untrennbarkeit des Satzgliedes lässt sich mit dem Permutationstest nachweisen, der bei der Verschiebung von Teilen eines Satzgliedes einen ungrammatischen Satz ergibt:

 

 

Er legt das Buch auf den Tisch.

Auf den Tisch legt er das Buch. (Umstellprobe)

Dorthin            legt er das Buch. (Ersatzprobe)

(Helbig/Buscha 2001: 444)

Die vorstehende Definition weist Mängel auf:

  1. Die Untrennbarkeit bei der Verschiebung bezieht sich nur auf mehrteiligen Satzglieder.
  2. Engel (1996: 627) führt Beispiele für trennbare Satzglieder:
  3. B. Quantoren, steigbare Adjektive usw.

Alle Geschwister waren angereist.

→ Die Geschwister waren alle angereist.

Sie hat herrliche Sauerkirschen.

→ Sauerkirschen hat sie herrliche.

Im Folgenden werden die Satzergänzungen und die Satzangaben im Obersatz betrachtet (d. h., dass die Sätze einen Nebensatz einschließen können, dessen interne Struktur nicht Untersuchungsgegenstand ist).

Anstatt des Terminus Obersatz wird einfach der Terminus Satz verwendet.

Bei den Satzergänzungen und den Satzangaben wird folgendermaßen vorgegangen.

– Es wird von der syntaktischen Funktion ausgegangen. Das ist die Rolle, die ein Satzglied im Satz hat (z. B. Subjekt).

– Danach wird die Ausdrucksform untersucht. Das ist die Art der Phrase. Es stellt sich die Frage, durch welche Phrasen und Wortklassen eine bestimmte syntaktische Funktion erfüllt werden kann (z. B. Das Kind schläft. Das Subjekt ist eine Nominalphrase).

Die Ausdrucksform und die syntaktische Funktion lassen sich am Beispiel eines Gegenstandes (Stuhl aus Holz) verdeutlichen.

Die „Ausdrucksform“ des Gegenstandes sind seine Zusamensetzung (Holz) und seine Form; die Ausdrucksform des Satzglieds er im Satz: Er schläft. ist ein Pronomen.

Der Gegenstand dient zum Sitzen. Das ist seine Funktion; die syntaktische Funktion des Satzglieds er im Satz Er schläft. ist Subjekt.

– Die syntaktische Funktion wird hauptsächlich durch Erfragen festgestellt

Das Kind schläft.

Das Subjekt ist bei Personen als Subjektgrößen durch: wer erfragbar. Das Subjekt ist das Kind.

Das Kind ist müde.

Das Satzglied müde ist mit einem Kopulaverb kombiniert und durch wie erfragbar. Es ist eine Prädikativergänzung.

– Es wird untersucht, wie sich das Satzglied anaphorisieren lässt. Z. B. die Anapher des Subjekts ist ein Personalpronomen im Nominativ: Die Frau schläft. → Sie schläft.

(Erklärung: Anapher ist ein linksverweisendes Element, meistens ein Pronomen oder ein Adverb). Anapher, < lat. anaphora < gr. ana ,hinauf, auf‘ + phérein ,tragen, bringen‘; phorá ,das Tragen‘.)

(Erklärung: Das Gegenteil ist die Katapher: ein rechtsverweisendes Element, meistens ein Pronomen oder ein Adverb). Katapher < lat. kataphora < gr. kata ,hinunter, nach unten‘ + phérein ,tragen, bringen‘; phorá ,das Tragen‘.)

– Danach wird die Bedeutung der Satzgliedklasse beschrieben.

  1. B. Das Kind schläft.

Das Subjekt ist hier ein Zustandsträger.

– Im Folgenden werden die Satzglieder behandelt:

  1. Satzergänzungen,
  2. Satzangaben,

III. Abgrenzung der syntaktischen Funktionen bei identischer Ausdrucksform

In den Kapiteln I. und II. wird von der syntaktischen Funktion, im Kapitel III. wird von der Ausdrucksform ausgegangen.

  1. Satzergänzungen bei Engel (2009) sind:

– das Subjekt,

– die Akkusativergänzung,

– die Genitivergänzung,

– die Dativergänzung,

– die Präpositivergänzung,

– die Situativergänzung,

– die Direktivergänzung,

– die Expansivergänzung,

– die Prädikativergänzung

– die Modifikativergänzung und

– die Verbativergänzung.

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In der früheren DVG Engels (1996) gab es folgende Satzergänzungen

– das Subjekt,

– die Akkusativergänzung,

– die Genitivergänzung,

– die Dativergänzung,

– die Präpositivergänzung,

– die Situativergänzung,

– die Direktivergänzung,

–  die Expansivergänzung,

– die Nominalergänzung,

– die Adjektivalergänzung und

– die Verbativergänzung.

  1. Subjekt (andere Bezeichnung: Nominativergänzung). Das ist die häufigste Satzergänzung.

Ausdrucksformen:

– Nominalphrase im Nominativ:

          Seine Mutter arbeitet bei dieser Firma.

– Pronominalphrase im Nominativ

          Sie arbeitet bei dieser Firma.

– Nebensatz

          Dass er uns besucht hat, freut mich.

Das Subjekt ist durch wer (wenn die Subjektgröße eine Person ist) oder was (in allen anderen Fällen) erfragbar.

Die Anapher ist ein Personalpronomen der 3. P. im Nominativ.

Zwischen Subjekt und finitem Verb besteht Kongruenz in Person und Numerus.

Sie (3. P. Sing.) muss (3. P. Sing.) eine Seminararbeit verfassen.

Wir (1. P. Pl.) müssen (1. P. Pl.) eine Seminararbeit verfassen.       

  • Bei der Passivtransformation wird das Subjekt zu einer von- oder durch-Phrase:

Heide hat das Manuskript abgeschlossen.

          → Das Manuskript ist (von Heide) abgeschlossen worden.

                                                          (Engel 1996: 189)

Aufgabe: Lesen Sie über die Passivtransformation bei Helbig/Buscha nach (2001: 153 ff.).

 

Das Subjekt ist eine subklasenspezifische und obligatorische Ergänzungen: es gibt subjektlose Verben, aber wenn ein Verb ein Subjekt hat, kann man es nicht weglassen.

Die meisten subjektlosen Verben kommen mit dem obligatorischen Personalpronomen es vor, das kein Subjekt, nämlich überhaupt kein Satzglied ist, weil es nicht ersetzbar ist. Selten ist es fakultativ. Es gibt wenige subjektlose Verben ohne es. Das nicht ersetzbare es ist ein formales Subjekt.

bedürfen, es<gen(prp)>

          Dazu bedarf es keines Beweises.

          frieren, es<->     Heute nacht hat es gefroren.

          frieren, es<akk)> Mich friert (es).

          geben es<akk>    Es gibt keine weißen Mäuse. 

          usw.

Aufgabe: Lernen Sie die subjektlosen Verben.

Viele subjektlose Verben kommen auch mit einer anderen Valenz vor, die ein Subjekt einschließt.

Vgl.

          geben es<akk>   

und

geben <sub, dat, akk)>

            Er gibt mir ein Buch.

  1. Akkusativergänzung (andere Bezeichnung: Akkusativobjekt). Das ist die zweithäufigste Satzergänzung.

Ausdrucksformen:

– Nominalphrase im Akkusativ:

          Wir haben unseren Freund besucht.

– Pronominalphrase im Akkusativ

          Wir haben ihn gesehen.

– Nebensatz

          Ich merke, dass er mich meidet.

Die Akkusativergänzung ist subklassen-spezifisch. Sie ist teils obligatorisch, teils fakultativ.

Wir haben ein Haus. (obligatorisch)

Ich packe gleich den Koffer aus. (fakultativ)

Die Akkusativergänzung ist durch wen (wenn die Größe eine Person ist) oder was (in allen anderen Fällen) erfragbar.

Die Anapher ist ein Personalpronomen der 3. P. im Akkusativ.

Bei der Passivtransformation wird die Akkusativergänzung zum Subjekt (Engel 1996: 189):

Die Baufirma hat eine Brücke erbaut.

          → Eine Brücke ist (von der Baufirma) erbaut worden.

Nicht alle Verben mit Akkusativergänzung sind passivfähig:

          Ich habe ein Haus.

Nicht jede Nominal- und Pronominalphrase im Akkusativ ist eine Akkusativergänzung.

Sie sieht jeden Abend fern. (durch wann / wie oft erfragbar)

          Sie hat einen Kilo abgenommen. (durch wie viel erfragbar)

Die oben angeführten akkusativischen Satzglieder jeden Abend und einen Kilo sind keine Akkusativergänzungen.

Vgl. den Unterschied zwischen transitiven und Mittelverben bei Helbig/Buscha (2001: 47).

Mittelverben sind: behalten, bekommen, erhalten, es gibt, enthalten, umfassen (ebd.: 48).

          (Vgl. die Konstruktion:

          Milch ist in der Flasche enthalten.

Engel verwendet die Begriffe transitives, intransitives und Mittelverb nicht, weil diese Einteilung sich nur an der Akkusativergänzung orientiert und nichts über die anderen Valenzen aussagt.

So sind z. B. sowhl stellen als auch geben transitive Verben, weil sie mit einer Akkusativergänzung vorkommen, obwohl ihre Umgebungen teilweise sich voneinander unterscheiden:

Sie (wer) stellt das Glas (was) auf das Fensterbrett (wohin).

          Sie (wer) gibt dem Freund (wem) ein Geschenk (was).

Das akkusativische es in den folgenden Beispielen kein Satzglied und somit keine Akkusativergänzung, weil es nicht austauschbar ist. Es ist ein formales Objekt:

sie hält es mit ihrem Vater, der Ratenkäufe aus Prinzip ablehnt1 (duden-www).

halten, es ,nach jemandes Vorbild handeln, es jemandem gleichtun‘ (duden-www).

er hält es mehr mit seiner Mutter (ist mehr seiner Mutter zugetan)1 (duden-www).

halten, es ,Sympathie für jemanden, etwas haben; [gefühlsmäßig] für jemanden, etwas sein‘ (duden-www).

es auf jemanden abgesehen haben2 (jemanden fortgesetzt schikanieren: der Chef hat es heute auf dich abgesehen)

Aber im folgenden im Satz ist es eine Akkusativergänzung:

Vgl. Er hat es / das Ergebnis bei mir abgesehen.

absehen: ,(von Schülern) unerlaubt vom Heft o. Ä. des Platznachbarn abschreiben‘.

Es gibt auch einge Verben mit zwei Akkusativergänzungen:

Das kostet mich keinen Pfening.

          Er lehre sie Englisch und Latein.

sie fragte ihn/ihm lateinische Vokabeln ab

  1. Dativergänzung (andere Bezeichnung: Dativobjekt).

Ausdrucksformen:

– Nominalphrase im Dativ:

Wir sind unserem Freund auf dem Weg zur Arbeit begegnet.

– Pronominalphrase im Dativ

          Wir haben ihm auf dem Weg zur Arbeit.                                                – Nebensatz

          Wem er traute, verzieh er auch kleinere Schwächen. 1

„Die Dativergänzung kommt bei reltiv wenigen, aber im Ganzen viel gebrauchten Verben vor. Typisch ist sie für die Verben des Habens und des Sagens/Mitteilens“ (Engel 2009: 141).

Die Dativergänzung ist subklassenspezifisch. Sie ist teils obligatorisch, teils fakultativ.

Ich würde Ihnen gerne helfen. (obligatorisch)

Der Hut würde (mir) passen.1 – (Engel 1996: 211) – (fakultativ)

Die Dativergänzung ist durch wem erfragbar, wenn die Größe eine Person ist. Das Erfragen in allen anderen Fällen ist problematisch. Z. B. Rost schadet dem Lack. (Engel 1996: 211).

Das Flexionsparadigma von was lautet bei Engel (1996: 681): N. was, G. wessen, D. (was), A. was; bei Helbig/Buscha (2001: 227): N. was, G. wessen, D. -, A. was.

Die Anapher ist ein Personalpronomen der 3. P. im Dativ.

Die Dativergänzung bleibt von der Passivtransformation unberührt:

Wir helfen dem Nachbarn.

           → Dem Nachbarn wird (von uns) geholfen.1

Die Dativergänzung ist gegenüber den sog. freien Dativen abzugrenzen.

Der Terminus frei ist doppeldeutig. Darunter sind sowohl aspezifische als auch fakultative Satzglieder zu verstehen. Die meisten „freien Dative“ sind subklassenspezifisch und somit Ergänzungen.

Engel (1996) unterscheidet vier „freie Dative“:

– zwei Satzergänzungen

Dativus commodi,

Dativus incommodi

– eine Satzangabe

Dativus ethicus und

– eine Nomenergänzung (valenzgebundenes Nomenattribut)

Dativus possessivus (Pertinenzdativ).

Im Vorlesungskapitel Satzergänzungen werden folgende „frei Dative“ behandelt:

  1. a) Dativus commodi,
  2. b) Dativus incommodi,
  3. c) Dativus possessivus (Pertinenzdativ),
  4. d) Dativ des Zustandsträgers,
  5. e) Dativus respectivus und
  6. f) Dativus iudicantis.

Der Dativus ethicus wird im Kapitel Satzangaben behandelt.

  1. a) Dativus commodi / Dativus sympathicus

          Der Mann öffnet ihr die Tür.

          Martin wäscht seinem Vater den Wagen.

          Der Schüler wischt dem Lehrer die Tafel ab.

Dieser Dativ bezeichnet ein Lebewesen (meist einen Menschen), zu dessen Gunsten die genannte Handlung ausgeführt wurde.

Der Dativus commodi ist ein subklassen-spezifisches und fakultatives Satzglied. Es tritt nur zu Verben, die ein willkürliches Tun bezeichnen. Es kann auch als Pronominalphrase vorkommen. Es ist durch eine für-Phrase ersetzbar und durch wem erfagbar.

Der Mann öffnet ihr / für sie die Tür.

           → Martin wäscht ihm / für seinen Vater den Wagen.

           → Der Schüler wischt ihm / für den Lehrer die Tafel ab.

Da aber auch ein andere Dative durch eine für-Phrase ersetzbar sind (s. u.), hebt Helbig (1981: 204) die Ersetzbarkeit des Dativus commodi durch eine für- Phrase und eine statt- Phrase (an Stelle von) sowie durch eine zugunsten-Phrase heraus.

Der Junge öffnet dem Lehrer die Tür.

Die Nachbarn pflücken uns die Kirschen.

Ihnen suchen wir die Bücher.

Er pflegte ihnen das Veilchen.

→ Der Junge öffnet für den Lehrer und statt des Lehrers die Tür.

→ Die Nachbarn pflücken für uns und an Stelle von uns die Kirschen.

Der Junge öffnet dem Lehrer die Tür.

Die Nachbarn pflücken uns die Kirschen.

Ihnen suchen wir die Bücher.

Er pflegte ihnen das Veilchen.

→ Der Junge öffnet für den Lehrer und statt des Lehrers die Tür.

→ Die Nachbarn pflücken für uns und an Stelle von uns die Kirschen.

  1. b) Dativus incommodi

Das Glas ist mir zerbrochen.

          Dem Kellner ist der Teller heruntergefallen.

          Er kommt als Nominal- oder Pronominalphrase vor. Dieser Dativ ist eine subklassenspezifische und fakultative Satzergänzung. Er ist nur mit Verben kombinierbar, die eine unerwünschte Handlung ausdrücken. Der Dativus incommodi bezeichnet einen Menschen, der eine solche Handlung ausgeführt oder nicht verhindert hat und somit dafür verantwortlich ist.

Der Dativus commodi lässt sich durch: Das passierte (geschah) jemandem ersetzen (vgl. Helbig 1981: 203).

Das Glas ist mir zerbrochen.

          → Das Glas ist zerbrochen. Das passierte (geschah) ihm.

          Dem Kellner ist der Teller heruntergefallen.

          → Der Teller ist heruntergefallen. Das passierte (geschah) dem Kellner/ihm.

  1. c) Possessiver Dativ / Dativus possessivus / Pertinenzdativ (lat. pertinere ,zu etwas/jmd. gehören‘)

Die Ärztin sah der Patientin ins Gesicht.

          Die Ärztin sah ihr ins Gesicht.

Das Kind sitzt der Mutter / ihr auf dem Schoß.

          Sie wäscht dem Kind /ihm die Hände.

Dieser Dativ steht in einem Satz zusammen mit einem Nomen/Pronomen, das „das Besitztum“ausdrückt . Der Dativ bezeichnet „den Besitzer“, der ein Mensch oder ein höheres Lebewesen ist. Das „Besitztum“ ist ein Körperteil oder ein für den „Besitzer“ wichtiger Gegenstand. Selten kommen auch Dinge als „Besitzer“ vor.

Der Ford ist dem Mercedes an dem Korflügel gefahren.

Dieser Dativ hängt sowohl vom Verb als auch vom Nomen/Pronomen ab. Da aber die Dependenzgrammatik keine doppelte Abhängigkeit zulässt, entscheidet sich Engel (1996: 630 f.) aus praktischen Gründen, diesen Dativ zu den Attributen des Nomens/Pronomens zu rechnen.

Der possessive Dativ wird als Nominal- oder Pronominalphrase realisiert. Er ist durch wem erfragbar.

Dieser Dativ ist gelegentlich durch ein possessives Determinativ ersetzbar.

Die Ärztin sah in ihr Gesicht.

          → Die Ärztin sah in ihr Gesicht.

          Folgender Ersatz sei unzulässig:

Massierst du mir den Rücken?  → *Massierst du meinen Rücken?

Denselben Status als Ersatzkonstrukt hat auch eine Nominalphrase im Genitiv:

Das Kind sitzt dem Vater auf dem Schoß. (Dativus possessivus)

          Das Kind sitzt auf dem Schoß des Vaters. (genitivische Nominalphrase)

Der Ersatz durch ein posessives Determinativ ziehe einen Bedeutungsunterschied nach sich. Der Unterschied zwischen dem Dativus possessivus und dem possessiven Determinativ sieht Engel (1996: 631) darin, dass der Dativ die Integrität des menschlichen Körpers ausdrücke. Demgegenüber sei bei der Verwendung des Determinativs der Teil des menschlichen Körpers als „Besitztum“ vom Menschen gelöst .

Sie strich ihm über das Gesicht.

          Sie strich über sein Gesicht.

Der zweite Satz sei nur zulässig, wenn es sich um einen Toten oder einen völlig B

ewusstlosen handle (Engel 1996: 631).

Der Dativus possessivus ist subklassen-spezifisch und somit eine Ergänzung. Er ist teilweise kommunikativ notwendig, das der Ersatz durch ein possessives Determinativ zu einem Bedeutungsunterschied führt.

Engel (1996) unterscheidet noch einen weiteren „freien Dativ“, den Dativus ethicus, der eine Angabe ist.

In Folgenden werden drei weitere „freie Dative“ nach Helbig (1981), Pittner/Berman (2007), Tichák (2013) erörtert.

  1. d) Dativ des Zustandsträgers

Es ist mir heiß.

Mir ist (es) frisch.

Es ist der Mutter warm.

Dieser Vorfall war ihm ein Rätsel.

Das Wiedersehen war mir ein Vergnügen.

Es ist dem Lehrer ein Trost, …

Dieser Dativ ist subklassenspezifisch und fakultativ. Er ist als Nominal- oder Pronominalphrase realisierbar und kann durch wem erfragt werden. Es tritt zu Verben, die einen Zustand ausdrücken. Das Subjekt, wenn vorhanden, ist kein Täter. Der Dativ drückt den Zustandsträger aus. Er ist durch eine für-Phrase ersetzbar.

Es ist der Mutter warm.

Dieser Vorfall war ihm ein Rätsel.

→ Es ist für die Mutter warm.

→ Dieser Vorfall war für ihn ein Rätsel

(Helbig 1981: 204)

Helbig (1981: 204) wendet beim Dativ des Zustandsträgers eine Paraphrase „X hat …“ an.

Es ist mir heiß.

→ Ich habe Hitze.

Es ist der Mutter warm.

→ Die Mutter hat Wärme.

Das Wiedersehen war mir ein Vergnügen.

→ Ich hatte das Vergnügen, ihn wiederzusehen.

Es ist dem Lehrer ein Trost, …

→ Der Lehrer hat den Trost, …

  1. e) Dativus respectivus

Die Zeit vergeht uns schnell.

Der Fall ist mir völlig klar.

Sein Vorkommen hängt nicht von der Verbbedeutung ab, sondern er erscheint in Sätzen mit einem steigbaren Adjektiv. Das deutet m. E. darauf hin, dass er ein subklassenspezifisches Attribut zum Adjektiv ist. Er ist durch wem erfragbar und drückt eine Person aus, die einen Maßstab setzt und den Sachverhalt in Beziehung dazu bringt.

Dieser Dativ ist durch eine für-Phrase ersetzbar. Die Zeit vergeht für uns schnell.

Der Fall ist für mich völlig klar.

Die Paraphrase, die den Dativus respectivus ausweist, lautet: „das betrifft X“.

→ Die Zeit vergeht schnell. Das (das schnelle Vergehen der Zeit) betrifft mich.

→ Der Fall ist völlig klar. Das (das Klar-Sein) betrifft mich.

  1. f) Dativus iudicantis (Dativ des Beurteilers/der Wertung; lat. iudicare ,urteilen, entscheiden‘)

Diese Arbeit ist mir zu abstrakt.

Er arbeitet mir zu langsam.

Der Tee ist mir suß genug.

(Helbig 1981: 205)

Auch dieser Dativ hängt m. E. nicht vom Verb, sondern vom steigbaren Adjektiv ab und somit ein subklassenspezifisches Attribut zum Adjektiv ist.

Der Dativus iudicantis kommt als Nominal- oder Pronominalphrase vor und ist durch wem erfragbar. Er drückt eine Person aus, die für eine Eigenschaft einen einen Maßstab als Normwert setzt und den Sachverhalt von dem her bewertet. Nach der Meinung der mit dem Dativ bezeichneten Person überschreitet die Subjektgröße in einem positiv formulierten Satz den Normwert (zu + Adjektiv) oder sie erreicht ihn gerade (genug + Adjektiv).

Dieser Dativ ist durch eine für-Phrase ersetzbar.

          Diese Arbeit ist für mich zu abstrakt.

          Er arbeitet für mich zu langsam.

          Der Tee ist für mich suß genug.

Die für diesen Dativ spezifische Paraphrase lautet „nach Meinung von X“ (Helbig 1981: 205).

→ Diese Arbeit ist nach meiner Meinung zu abstrakt.

→ Ich meine: Diese Arbeit ist zu abstrakt.

→ Er arbeitet nach meiner Meinung zu langsam.

→ Ich meine: Er arbeitet zu langsam.

 

Den Dativus respectivus und den Dativus iudicantis fassen Helbig (1981: 206) und Helbig/Buscha (2001: 265) zum Oberbegriff Dativ der Hinsicht zusammen. Die isolierten (d. h. aus dem Kontext gerissenen) Sätze sind oft homonym.

Die genannten „freien Dative“ sind subklassenspezisch und somit Ergänzungen. Der Dativus commodi und der Dativus incommodi sind Satzergänzungen. Bei den restlichen Dativen zeugen die wissenschaftlichen Argumente eher von dem Status eines Attributs, und zwar

–   zum Nomen (Dativus possessivus)

– zum Adjektiv (Dativ der Hinsicht).

Die „freien Dative“ sind

– als Nominal- und Pronominalphrase im Dativ  realisierbar,

– durch wem erfragbar,

– subklassenspezifisch,

– fakultativ (der Dativus possessivus ist gelegentlich notwendig),

– durch ein possessives Determinativ/ genitivische Nominalphrase  ersetzbar (Dativus possessivus) oder durch eine für-Phrase ersetzbar (alle anderen Dative)

Die Dativergänzung ist

– als Nominal- und Pronominalphrase im Dativ  (und Nebensatz) realisierbar,

–  durch wem erfragbar,

– subklassenspezifisch,

– teils obligatorisch, teils fakultativ

– weder durch eine für-Phrase noch durch ein possessives Determinativ/genitivische Nominalphrase ersetzbar.

Übung: Bestimmen Sie die syntaktische Funktion der Dative. Im folgenden Text wurden die Lösungen ausgelassen.

[…] Wenn der Begriff Dativus Judicantis Ihnen (______) nichts sagt, weil er Ihnen (______) zu fachchinesisch klingt, ist mir (_______) das alles andere als unbegreiflich. Dieser Satz allein schon zeigt es! Ich hätte aber meinen Beruf verfehlt, wenn ich es nicht doch interessant fände.

Lösung:

[…] Wenn der Begriff Dativus Judicantis Ihnen (Dativobjekt) nichts sagt, weil er Ihnen (freier Dativ: Dativus Judicantis) zu fachchinesisch klingt, ist mir (freier Dativ: Dativus respectivus)1 das alles andere als unbegreiflich. Dieser Satz allein schon zeigt es! Ich hätte aber meinen Beruf verfehlt, wenn ich es nicht doch interessant fände.

 

  1. Genitivergänzung (traditionelle Bezeichnung: Akkusativobjekt)

Sie kommt heute bei wenigen Verben vor (anklagen, bedürfen, beschuldigen, sich enthalten, sich entsinnen, versichern), aber dort ist die beständig. Bei einigen Verben mit alternierender Valenz ist die veraltet:

Sie erinnerte sich dieses Vorfalls. Sie erinnerte sich an diesen Vorfall.

Die Genitivergänzung hat folgende Ausdrucksformen:

– Nominalphrase im Genitiv

Man beschuldigt ihn des Mordes.

– Pronominalphrase im Genitiv

          Man beschuldigt ihn dessen.

  • Nebensatz

Man beschuldigt ihn, einen Menschen umgebracht zu haben.

Weitere Beispiele (Engel 1996: 192):

Dieses heißen Tages entsann er sich noch gut.

          Dessen bedarf es nicht mehr.

          Er entsann sich, daß [dass] ein Brief gekommen war.

Die Genitivergänzung ist durch wessen erfragbar und durch die Genitivform des Demonstrativpronomens das (dessen/deren) anaphorisierbar. Sie ist subklassenspezifisch und teils obligatorisch, teils fakultativ.

  1. Präpositivergänzung (traditionale Bezeichnung: Präpositionalobjekt)

Sie kommt bei vielen Verben vor und hat folgende Ausdrucksformen:

– Präpositionalphrase (Präp. + Nominalphrase):

Sie wartet auf ihren Freund.

          Wir können uns auf unsere Kollegin verlassen.

          Ich bestehe auf einer Antwort von Ihnen.

          Wir bitten Sie um einen Gefallen.

          Sie erinnern sich an den Vorfall.

Die Schüler lernen von der Lehrerin.

          Die Lehrerin prüft die Schüler in deutscher Literatur.

          Sie hat den Kuchen in acht Stücke geteilt.

          Er rechnet dieses Wort zu den Adverbien.

          Ich kann sie auch an der Stimme erkennen.

          Meine Freundin hat mich zu dieser Entscheidung bewogen.

– Präpositionalphrase (Präp. + Pronominalphrase):

         Alle lachten über mich.

– Präpositionaladverb:

          Ich bestehe darauf. (auf + Dat.)

          Wir bitten Sie darum.

          Sie erinnert sich daran. (an + Akk.)

– Nebensatz

Sie erinnert sich, dass er ihr einen Gefallen getan hat.

Die Präpositivergänzung ist durch die Präposition und ihre Valenz zu spezifizieren.  Z. B.:

warten  auf + Akk.

bestehen auf + Dat.

Manchmal gibt es Verben mit alternierenden gleichbedeutenden Präpositivergänzungen.

sprechen von  / über + Akk.

Die alternierenden Präpositivergänzungen können auch unterschiedliche Bedeutungen haben:

sich freuen an + Dat. / über + Akk. / auf  + Akk.

Es gibt Verben mit zwei kookkurrierenden (gemeinsam auftretenden) Präpositivergänzungen:

sprechen mit + von  / über + Akk.

Die Präpositivergänzung als Präp. + Nominalphrase wird meistens (aber nicht immer) mit Bezug auf Personen, die als Präpositionaladverb mit Bezug auf andere Größen verwendet.

Die Präp.-Erg. mit mit bezeichnet den notwendigen Partner, nicht den Begleiter.

Er hat mir ihr gesprochen. (Präp.-Erg.)

Er hat mit ihr gegessen. (Komitativang.; s. u.).

 

Die Präpositivergänzung ist folgendermaßen erfragbar:

– durch dieselbe Präposition und das Fragepronomen wer im jeweiligen Kasus

Ich kann mich auf ihn verlassen.

          Auf wen kannst du dich verlassen?

durch das entsprechede Präpositionaladverb

          Ich kann mich auf sein Urteil verlassen.

          Worauf kannst du dich verlassen?

Diese Satzergänzung ist subklassenspezifisch. Sie ist teils obligatorisch, teils fakultativ.

Folgende Merkmale sind für die Identifizierung der Präpositivergänzung von Belang:

          – die Präposition hat i. d. R. eine nicht beschreibbare Bedeutung,

          – die Präposition ist nicht oder beschränkt  (jedoch nicht frei) austauschbar.

Die Präpositionen haben grundsätzlich eine eigene Bedeutung, welche die Lokalbestimmung und die Richtungsbestimmung illustrieren. So . drückt  z. B. auf eine Berührung von oben aus:

          Sie sitzt auf der Bank.

          Sie geht auf den Markt.

In einer Präpositivergänzung ist die Bedetung der Präposition hingegen meist nicht beschreibbar.

          Sie wartet auf ihn.; Sie kann sich auf ihn verlassen.

Die Präposition ist in der Präpositivergänzung

– entweder nicht austauschbar:

sich verlasen auf + Akk.

          überreden zu

– oder nur begrenzt austauschbar:

kämpfen für / um

          streiten um / über + Akk.

In den letzten beiden Beispielen bestehen nur  geringe Bedeutungsunterschiede.

In manchen Fällen hat die begrenzt austausch-bare Präposition in der Präpositivergänzung eine eigene Bedeutung:

          stimmen für/gegen

sich freuen an + Dat. / über + Akk. / auf  + Akk.

Bei der Passivtranformation wird das Subjekt zur Präpositivergänzung mit von/durch.

Die Techniker testen das Gerät.

          Das Gerät wird von den Technikern getestet.

  1. Situativergänzung (andere Bezeichnungen: Raumergänzung, Ortsergänzung, Adverbiale Bestimmung)

– Sie kommt i. d. R. bei den Verben wohnen, leben, sich befinden, sein, sitzen, liegen vor usw.

Ausdrucksformen

– Präpositionalphrase (Präp. + Nominalphrase):

Die Lebensmittelabteilung befindet sich auf der linken Seite.

Sie lebt in Berlin.

Wir wohnen in der Goethestraße.

– Präpositionalphrase (Präp. + Pronominalphrase):

In ihr [der Kiste] befand sich ein brauner Briefumschlag. (Engel 1996: 194)

– Präpositionaladverb:

In der Mitte stand ein Tisch, darauf lagen viele Bücher.

– Sonstiges Adverb

          Dort stand ein Tisch.

– Nebensatz

Sie wohnen, wo früher Weinberge waren.

Die Präposition ist kein obligatorisches Element der Sitiativergänzung (sie fehlt bei der Realisierung als Adverb und Nebensatz).

Die Präposition hat i. d. R. eine beschreibbare Bedeutung und ist frei austauschbar.

Sie sitzt am / auf dem / neben dem / vor dem / hinter dem Tisch.

Die Situativergänzung ist aspezifisch und obligatorisch.

Engel illustriert die Situativergänzung mit Beispielen mit lokaler Bedeutung. Sie bezeichnen den Ort, an dem sich etwas abspielt.

Es scheint jedoch angebracht, sämtliche Subklassen der Situativangaben (s. u.) zu den Situativergänzungen zu rechnen, wenn sie obligatorisch sind. Z.B.

– Temporale Situativergänzung:

          geschehen, etwas vollzieht  sich irgendwo irgendwann; sich ereignen, stattfinden , [ugs] passieren‘ (e-valbu-www).

Die meisten Diebstähle geschehen während der Arbeitszeit und nicht nachts.

          Es geschah am helllichten Tag.

                                                          (e-valbu-www)

          (Erfragbar durch wann; Anapher: da)

 

– Komitative Situativergänzung:

          Sie wohnt mit ihrem Freund.

          (Erfragbar durch mit wem; Anapher: mit ihm/ihr)

  1. 7. Direktivergänzung (andere Bezeichnungen: Richtungsergänzung, Direktivobjekt, adverbiale Bestimmung)

Diese Satzergänzung tritt zu vielen Verben. Dazu gehören die intransitiven Verben der Fortbewegung und der Lageveränderung (gehen, fahren, fliegen, kommen, rennen usw.) sowie andere Verben mit einer direktiven Bedeutungskomponente (legen, stecken, stellen; sehen, hören, winken usw.)

Ausdrucksformen:

– Präpositionalphrase (Präp. + Nominalphrase):

Sie fährt mit dem Auto nach Hause.

          Er fliegt morgen ans Meer.

          Sie trat vor mich.

– Präpositionalphrase (Präp. + Pronominalphrase):

          Er stürzte sich auf den mit der Brille. (Engel 1996: 195)

– Präpositionalphrase (Präp. + Adverb):

          Sie biegt nach rechts (rechts) ab.

– Präpositionaladverb:

          Sie legte das Buch darauf.

– Sonstiges Adverb

Er ging hinein. (Engel 1996: 195)

(Anm.: hineingehen wird zusammengeschrieben.)

– Nebensatz

Er ging, wohin der Wind ihn trieb. (ebd.: 195)

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Folgendes Beispiel enthät alle drei Bedeutungsvarianten der Direktivergänzung:

  • Die Familie fährt von Skopje über Kičevo nach Ohrid.

Die Präposition ist kein obligatorisches Element der Direktivergänzung (sie fehlt bei der Realisierung als Adverb und Nebensatz).

Die Präposition hat i. d. R. eine beschreibbare Bedeutung und ist frei austauschbar.

  • Sie legt das Buch auf den / unter den / neben den / vor den / hinter den Tisch.
  • Die Bedeutungsvariante des Ausgangspunktes wird meistens mit von und aus ausgedrückt.

Sie nahm das Buch aus dem Regal/Schrank.

          Aus dem Nebenzimmer hörte er Lärm.

Ein Apfel fiel gerade vom Baum.

Sie hat die Wäsche von der Leine genommen.

  • Die Bedeutungsvariante der Herkunft wird meistens durch aus ausgedrückt.

Sie kommt/stammt aus Berlin.

  • Die Wahl zwischen aus und von ist kompliziert. Als Faustregel gilt, dass man aus dort verwenden kann, wo in einem anderen Kontext in verwendet werden kann.

Sie kommt aus dem Bad. (Sie ist im Bad.)

          Sie geht aus dem Haus. (Sie geht ins Haus).

          Sie sah aus dem Fenster. (Er sah ihr ins Auge.)

Die Präposition von wird dort verwendet, wo in einem anderen Kontext an, auf, bei, zu verwendet werden können.

Das Kind kommt vom Spielplatz. (Er war auf dem Spielplatz.)

          Sie kommt von der Reise. (Sie war auf einer Reise.)

          Er kommt von seinem Bruder. (Er war bei seinem Bruder.)

 

Die Bedeutungsvariante der Richtung wird i. d. R. mit durch und über ausgedrückt.

          Sie sieht durch das Fenster.

          Er ging durch die Tür.

          Sie fahren über Belgrad nach Zagreb.

           

Die Bedeutungsvariante des Zieles wird mit verschiedenen Präpositionen ausgedrückt:

nach Hause gehen

          zu seinem Bruder gehen

          ins Geschäft / in die Schule gehen

          auf den Spielplatz / zum Spielplatz gehen

          nach Hamburg / Deutschland fahren

          in die Türkei / in die Bundesrepublik fahren

 

Die Direktivergänzung ist subklassenspezifisch und teils obligatorisch, teils fakultativ.

  • Die Direktivergänzung wird durch woher, wohin (wodurch)
  • Die Anaphern lauten: dorther, dahin/dorthin (dadurch).
  1. Expansivergänzung

Diese Ergänzung tritt nur zu Verben, die eine messbare Ausdehnung im Raum oder in der Zeit oder deren Veränderzung bezeichnen (abnehmen, zunehmen, gehen, kürzen, verbreitern, schrumpfen, steigen, steigern, wachsen usw.). Die Expansivergänzung zeigt das Maß der Ausdehnung oder der Veränderung.

 Ausdrucksformen

– Nominalphrase im Akkusativ

Sie hat zwei Kilo abgenommen.

          Die Sitzung dauerte zwei Stunden.

um / bis + Nominalphrase

          Sie kürzte den Rock um zwei Zentimeter.

          Die Straße wurde um einen Meter verbreitert.

          Der Zug fährt bis Veles.

          Die Sitzung dauerte bis in die Nacht. (bis + in)

– Adjektiv / Adverb

Sie lief weit.

                  Die Sitzung dauerte lange.

– Nebensatz

Sie lief, bis sie den Bahnhof erreichte. (Engel 2009: 147).

Nach Engel (ebd.: 147) ist diese Ergänzung teils obligatorisch, teils fakultativ.

Es schient, dass die Ergänzung der Ausdehnung in der Zeit obligatorisch ist.

  1. Prädikativergänzung (andere Bezeichnungen: substantivisches Prädikatsnomen, Subsumptivergänzung, Einordnungsergänzung)

In der traditionellen Grammatik ist kein eigenes Satzglied, sondern ein nicht verbaler Teil des Prädikats (sog. Prädikativ).

In der alteren DVG wurden gemäß dem Kopf eine Nominalergänzung und eine Adjektivalengänzung unterschieden. Sie sind nun im Begriff Prädikativergänzung zusammengefasst.

Ausdrucksformen:

– Nominalphrase im Nominativ

          Frau Müller ist eine gute Lehrerin.

          Meine Lehrerin heißt Anna Müller.

– Adjektivalphrase

          Frau Müller ist sehr fleißig / müde.

Phrasen mit als, wie, für

          Maria gilt als die beste Schülerin ihres Jahrgangs.

Sie ist wie ihre Schwester.

          Ich sehe das als Problem.

– Nebensatz

          Werde, der du bist. (Engel 2009: 148)

          Er blieb, der er immer gewesen war. (Engel 1996: 197)

Die Prädikativergänzung ist subklassenspezifisch und obligatorisch.

Sie ist durch was oder wie erfragbar. Anaphaern sind es und so.

Frau Müller ist Lehrerin.

          Was ist Frau Müller? Frau Müller ist es.

          Frau Müller ist müde.

          Wie ist Frau Müller? Frau Müller ist so.

  1. Modifikativergänzung

     Ausdrucksformen:

– Adjektivalphrase

          Er hat sich frech / anständig verhalten.

Adverbialphrase

          Er muss sich anders verhalten.

– Präpositionalphrase:

Sie muss nach den Vorschriften vorgehen.

– Nebensatz

          Sie muss vorgehen, wie ich es anordne.

Diese Satzergänzung ist aspezifisch und fakultativ.

Sie wird durch wie und auf welche Weise erfragt. Anaphern sind so und auf diese Weise.

  1. Verbativergänzung

Diese Satzergänzung kann nur als Nebensatz erscheinen.

Nun hieß es alle versprengten Truppen (zu) sammeln.

          Es heißt, Katelbach wird noch heute kommen.

          Ich frage mich, wozu wir eigentlich hier sind.

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Das Verb mit seinen Ergänzungen stellt die Struktur des Satzes dar, die Satzmuster heißt. Wenn man die fakultativen Ergänzungen entsprechend (z. B. durch Einklammern) kennzeichnet, ergeben sich aus den Satzmustern Satzbaupläne (Engel 2009: 149 ff).

Satzmuster                          Satzbauplan

sub dat                                 sub (dat)

          Er hilft mir immer.             Er hilft (mir) immer.

Engel (2009: 150 f.) unterschidet folgende Satzmuster (die Beispile wurden teilweise von Engel übernommen). Zunächst werden die Verben mit Akk.-Erg., danach die ohne Akk.-Erg.

–                           Es regnet.

sub            Der Schüler arbeitet.

sub akk    Sie heiratete einen reichen Mann.

sub akk akk      Das Haus kostete mich 100.000 Euro.

sub akk gen      Man klagte ihn des Mordes an.

sub akk dat      Sie hat mir eine Geschichte erzählt.

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  1. Satzangaben
  2. Modifikative Satzangaben
  3. Situierende Satzangaben
  4. Negative Satzangaben
  5. Existimatorische Satzangaben

 

III. Abgrenzung der syntaktischen Funktionen bei identischer Ausdrucksform

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Es gibt Fälle, wo beide Satzglieder adurch was erfragbar sind.

Der Hund ist ihre ganze Freude.

(Prädikativ-www)

Was ist ihr Hund? – Ihre ganze Freude.

          Was ist ihre ganze Freude? – Ihr Hund.

Zur Unterscheidung dieser Satzglieder, die als Nominalphrasen im Singular vorkommen,  können drei Tests angewandt werden:

– a) eines der Satzglieder wird in den Plural gesetzt: wenn dies auch die Pluralform des finiten Verbs zur Folge hat, wurde zu Beginn das Subjekt  (und nicht die Prädikativergänzung) in den Plural umgewandelt:

Der Hund ist ihre ganze Freude.

Die Hunde sind ihre ganze Freude.

Subjekt ist die Nominalphrase der Hund/die Hunde.

– b) eines der Satzglieder wird durch ein Personalpronomen der 2. P. / der 1. P. ersetzt;  wenn dies auch eine Änderung der Person des finiten Verbs zur Folge hat, wurde zu Beginn das Subjekt  (und nicht die Prädikativergänzung) in die 2. P. / die 1. P. gesetzt:

          Der Hund ist ihre ganze Freude.

Du bist ihre ganze Freude.

Subjekt ist die Nominalphrase der Hund / das Pronomen du.

– c) der Satz wird mit dem Verb gelten als und dem Verbalkomplex bezeichnet werden als paraphrasiert; als Prädikativergänzung kommt die als-Phrase vor:

          Der Hund ist ihre ganze Freude.

    Der Hund gilt als ihre ganze Freude.

   Der Hund wird as ihre ganze Freude bezeichnet.

Subjekt ist die Nominalphrase der Hund.

Der Ersatz:

          Der Hund ist ihre ganze Freude.

    *Ihre ganze Freude gilt als Hund.

    *Ihre ganze Freude wird als Hund bezeichnet.

ist nicht sinnvoll.

Nicht jeder Satz lässt alle drei Tests zu. Aber in den meisten Fällen ist mindestens ein Test anwendbar.

Der Satz:

          Dieser  Tisch ist mein Geschenk.

lässt den Test a) und den Test b) zu:

          → Diese Tische sind ein Geschenk.

          → Du bist mein Geschenk.

          Subjekt ist die Nominalphrase dieser Tisch / diese Tische bzw. das Pronomen du.

Eine Nominalphrase im Akkusativ kann folgende syntaktische Funktionen erfüllen:

– Akkusativergänzung,

– temporale Situativergänzung

– temporale Situativangabe

– Expansivergänzung

Der Untrerschied zwischen der temporalen Situativergänzung und der temporalen Situativangabe besteht nur darin, dass diese fakultativ und jene obligatorisch ist.

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Eine Nominal-/Pronominalphrase im Dativ kann folgende syntaktische Funktionen erfüllen:

– Dativergänzung,

– freier Dativ

  1. a) Dativus commodi,
  2. b) Dativus incommodi,
  3. c) Dativus possessivus (Pertinenzdativ),
  4. d) Dativ des Zustandsträgers,
  5. e) Dativus respectivus
  6. f) Dativus iudicantis,
  7. h) Dativus ethicus

Bei der Abgrenzung der syntaktischen Funktionen der dativischen Nominalphrasen spielen der Ersatz (s. Tabelle), die Wortstellung, die Ausdrucksform (beim Dativus ethicus) und das Erfragen (beim Dativus ethicus) eine Rolle.

Der Dativus ethicus ist nicht erstellenfähig. Alle anderen Dative können an der ersten Stellen im Aussagesatz stehen.

Der Dativus ethicus wird durch eine Pronominalphrase der 1. und der 2. P., seltener der 3. P. im Dativ realisiert. Alle anderen Dative können als Nominal- und als Pronominalphrase  aller Personen im Dativ vorkommen.

Alle Dative sind mit Ausnahme des Dativus ethicis durch wem erfragbar. Dieser Dativ lässt sich nicht erfragen.

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Eine Präpositionalphrase kann folgende syntaktische Funktionen ausüben:

– Präpositivergänzung,

– Direktivergänzung,

– Situativergänzung,

– Situativangabe,

– Modifikativergänzung,

– Modifikativangabe,

– Expansivergänzung (nur um-Phrasen)

Zunächst werden die Direktivergänzung der Bedeutungsvariante Ziel und die Situativergänzung mit lokaler Bedeutung gegeneinander abgegrenzt.

In den beiden Fällen hat die Präposition eine beschreibbare Bedeutung und ist frei austauschbar.

                     Vergangenheit mit Sein

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Die Auswahl der Präposition in den oben genannten Fällen hängt davon ab

– ob eine Direktivergänzung (z. B. nach Hause gehen) oder eine lokale Situativergänzung (z. B. zu Hause sein) vorliegt und

– welche Größe als Ziel oder Ort erscheint: das Zuhause (nach/zu), Mensch (zu/bei), geschlossener Raum (in + Akk./Dat.), offene Fläche (auf + Akk./Dat., an + Akk./Dat.), Stadt (nach / in + Dat.) usw.

 

Die Auswahl der Kasusform der Nominal-/ Präpositionalphrase hängt davon ab, welchen Kasus die Präposition fordert (z. B.: zu/bei/nach + Dativ).

Wenn die Präposition den Dativ und den Akkusativ zulässt, dann gilt folgende Regel:

– der Akkusativ wird zum Ausdruck des Zieles verwendet (ins Kino gehen, ans Meer fahren),

– der Dativ wird zum Ausdruck des Ortes gebraucht (im Kino, am Meer sein).

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Es folgt eine Gegenüberstellung der Präpositivergänzung einreseits und Direktivergänzung und Situativergänzung andererseits.

Zur Kasusform der Nominal-/Pronominalphrase  in der Präpositivergänzung mit einer Wechselpräposition gibt es keine Rregel.

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In der Modifikativergänzung steht eine feste Präposition. Ihre Bedeutung ist gelegentlich beschreibbar, z. B. mit (mit Vergnügen). Demgegenüber ist sie nicht beschreibbar bei auf (auf diese Weise).

30

Der Unterschied zwischen der Situativergänzung und der Modifikativergänzung einerseits und der Situativangabe und der Modifikativangabe angabe besteht nut darin, dass diese fakultativ und jene obligatorisch sind.

31

Eine um-Phrase kann u. a. als

– Präpositivergänzung,

– Expansivergänzung

– lokale Situativergänzung,

vorkommen.

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Eine mit-Phrase kann als

– Präpositivergänzung

– Modifikativergänzung

– Modifikativangabe

– komitative Situativergänzung,

– komitative Situativangabe

vorkommen.

Im Folgenden werden die Präpositivergänzung  einerseits und die komitative Situativergänzung und die komitative Situativangabe andereseits einander gegenübergestellt, wenn sie Personen ausdrücken.

Sie sind durch mit wem erfragbar, wenn sie sich auf Personen beziehen.

Die modifikativen Satzglieder werden durch wie und auf welche Weise erfragt (Sie lehrt Deutsch mit Begeisterung. (Angabe).

Die Präpositivergänzung bezeichnet den notwendigen Der einzige Unterschied zwischen der komitativen Situativergänzung und der komitativen Situativangabe besteht darin, dass diese fakultativ und jene obligatorisch ist.

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Ein Nebensatz kann als Ausdrucksformen beinahe sämtlicher Satzgliedfunktionen vorkommen. In der Regel (nicht immer) kommutiert der Nebensatz mit nicht verbalen Ausdrucksformen, auch wenn der Ersatz in vielen Fällen nicht denselben stilistischen Wert hat.

Die Konsekutivangabe kommt nur als Nebensatz vor.

Der Nebensatz muss erfragt, anaphorisiert und durch eine nicht verbale Ausdrucksform ersetzt werden.

Sie erinnert sich, dass Du ihr geholfen hast.

          Woran erinnert sie sich?

          Sie erinnert sich daran.

          Sie erinnert sich an deine Hilfe.

Der Nebensatz dass Du ihr geholfen hast ist eine Präpositivergänzung.

Manchmal kommt im Obersatzrest ein Element (es, dessen oder Präpositionaladverb), das auf die syntaktische Funktion (genau oder ungefähr) verweist, und zwar:

es – Subjekt oder Akkusativergänzung

dessen – Genitivergänzung

Präpositionaladverb – Praäpositivergänzung

Adverb – Satzangaben

Sie erinnert sich daran, dass Du ihr geholfen hast.

Es folgen einige Beispiele für Nebensätze als Satzglieder. In Klammern steht das ent-sprechende Fragewort und die synt.Funktion.

          Sie bat ihn, den Raum zu verlassen.

(worum: Präpositionalergänzung)

Man beschuldigte ihn, eine Bank ausgeraubt zu haben.

(wessen: Genitivergänzung)

          Man beschuldigte ihn des Bankraubes  / des Banküberfalls / dessen.

Dass du die Prüfung bestanden hast, freut / wundert mich sehr. (was; Subjekt)

Er sagte, dass er die Prüfung bestanden hat. (was: Akkusativergänzung)

Ich finde es wichtig, dass du die Prüfung bestanden hast. (was; Akkusativergnzung)

Dass du in der Prüfung durchgefallen bist, tut mir leid. (was; Subjekt)

Ich hoffe, dass Du die Prüfung bestehst. (worauf; Präpositivergänzung)

Danach wurde klar, dass er die Prüfung nicht bestehen wird(was; Subjekt)

Die Tatsache, dass du die Prüfung bestanden hast, überrascht mich sehr.

          (Attribut zu Tatsache)

          Gestern kam ich nicht dazu, dich anzurufen.

(wozu; Präpositivergänzung)

          Sie liebt ihn nicht, weil er arm ist.

          (warum; Kausalangabe)

          Sie liebt ihn wegen seiner Armut nicht.

    

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