Diphthonge des Deutschen

Das deutsche Vokalsystem verfügt über drei (offizielle) Diphthonge.

[aËe] / [aËç] (IPA)  Eis, Leib (Körper), Stein, weihen, reisen, weiß, Kaiser, Laib (Brot), Mai, Main, Bayern, Meyer

[aËo] / [aËï] (IPA)  Baum, Maus, Raum, Schaum, Saum, rauchen, brauchen, kaum, braun, außen, draußen,

[OËë] / [OËç] (IPA)  Leute, Beute, heute, Bäume, Träume, äußern, Boiler,

Altmann /Ziegenhain (2002, 43) zählen auch [uËi] wie z.B. bei der Interjektion pfui zu den neuhochdeutschen Diphthongen.

Vokale als Silbenträger

ad 2. Fähigkeit Silbenträger zu sein

Vollvokale (silbische Vokale)

Halbvokale (unsilbische Vokale) (Studie [}Stu:di&W]), Situation, Nation)

Vertikallage der Zunge (Zungenhöhe)

ad 3: Vertikallage der Zunge

Die Lage des höchsten Punktes der Zunge ist entscheidend. Wir unterscheiden im Deutschen:

hohe Vokale: [i] wie in biete [y] wie in Hüte [u] wie in Hut

halbhohe Vokale: [ç] wie in Mitte [Y] wie in Hütte [ï] wie in Futter

obermittelhohe Vokale: [e] wie in Beet [ë] wie in Nöte [o] wie in Not

nur ein mittlerer Vokal im Standarddeutschen: [W] wie in Danke

Untermittelhohe Vokale: [E:] wie in Räte, Käse [E] wie in Bett [ê] wie in Götter, Schlösser, [O] wie in Sonne, gewonnen,

halbtiefe Vokale: treten im Deutschen nicht bedeutungsunterscheidend auf: [Ç] als vokalisierte Variante der deutschen Endungen <-er> wie in Butter, Wasser, versprechen und <-r> wie in Uhr, Ohr, Tür

tiefe Vokale: [a] wie in hat, matt, [a: ] wie in bat, Bad, haben

Horizontallage der Zunge

ad 4: Horizontallage der Zunge, die auch als Artikulationsstelle bezeichnet wird.

Deutsche Vorderzungenvokale:  I-Laute und E-Laute [ i, ç, e, E, E: ]

Deutsche Mittelzungenvokale: Ü-Laute und Ö-Laute [y, Y, ë, ê, a, A, W]

([a] – helles bis mittelhelles a, z.B. hat [hat] Bad [ba:t];

[A] – dunkles bis mitteldunkles a, z.B. Zahl  [tËsA:l]

Deutsche Hinterzungenvokale: U-Laute und O-Laute [u, ï, o, O]


Lippenstellung

ad 5: Lippenstellung

ungerundete (gespreizte) Vokale: werden mit ungerundeten Lippen artikuliert: [i, ç, e, E, E:, a, A]

gerundete (labialisierte) Vokale: werden mit gerundeten Lippen artikuliert:

[y, Y, ë, ê, u, ï, o, O]

Öffnungsgrad des Mundes

ad 6: Öffnungsgrad des Mundes (Zahnreihenabstand)

 

Ist nur sehr selten notwendiges Kriterium zur Klassifikation von Vokalen. Duden erwähnt es nicht. Der Öffnungsgrad des Mundes korreliert mit der vertikalen Zungenlage: Je weiter die Zunge bei der Vokalproduktion gesenkt ist, desto weiter ist auch der Mund geöffnet.

Geringer Öffnungsgrad des Mundes:

Bei der Produktion von [ i, ç] [u, ï] ist der Mund fast geschlossen,

Hoher Öffnungsgrad des Mundes:

Bei [a, A] ist der Mund recht weit offen und die Zunge ist in niedriger Stellung.


quantitative Kriterien der Vokale

zentrales Kriterium: Länge, bzw. Kürze der Vokale auch genannt Vokalquantität

Eine besondere Charakteristik deutscher Phonetik ist die distinktive Funktion der Vokalquantität.

“Die Länge oder Kürze eines Vokals kann ein bedeutungsrelevanter Unterschied zwischen zwei ansonsten identischen Lautfolgen sein.” (Horst Flohr ­Müller (Hrsg.) 2002, 63).

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