Romantik (1798 – 1835)

Romantik (1798 – 1835)

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Der Begriff “romantisch” bzw. “Romantik” hatte mehrere Bedeutungen . Romantisch bedeutet etwas Sinnliches, Abenteuerliches, Wunderbares, Phantastisches, Schauriges, Abwendung von der Zivilisation und Hingabe zur Natur. Die Romantik als Epoche zeichnete sich durch romantisches Denken und romantische Poesie aus, z. B. Kritik an der Vernunft, Aufhebung der Trennung zwischen Philosophie, Literatur und Naturwissenschaft, Naturnähe, Erleben des Unbewussten.
– Philosophischen Grundlagen
Die Philosophischen Grundlagen der Romantik sind eine Gegenposition zur Rationalität der Aufklärung. Die Philosophie der Romantik war geprägt von einer subjektiven Weltanschauung. In Fichtes Wissenschaftslehre (1794) stand ein von Sittlichkeit befreites und schöpferisches Ich im Mittelpunkt. Außerdem wurde die Einheit von Natur und Geist betont, die z. B. in Schellings Ideen zu einer Philosophie der Natur (1797) zum Ausdruckt kam.
– Geschichte
Die Romantik entstand in einem Wechsel von der feudalen zur bürgerlichen Gesellschaft und verstärkte die Entwicklung eines bürgerlichen Selbstbewusstseins. Jedoch gab es in der Romantik kaum gesellschaftskritische Stimmen.
– Literatur der Romantik
Die ersten romantischen Werke waren Wackenroders Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders (1797) und TiecksFranz Sternbalds Wanderungen (1798).
Sie zeigten unterschiedliche Betrachtungsweisen vom Wesen der Kunst. Der eigentliche Beginn der Romantik wird allerdings mit der Vereinigung der Brüder Schlegel, Novalis, Humboldts und Schellings in Jena datiert.
• Epochen der Romantik
Anders als in anderen Epochen, wechselten in der Romantik die literarischen Zentren. Das erste wichtige Zentrum war Jena, zur Zeit der Frühromantik. Heidelberg war das Zentrum der Hochromantik, und Berlin wurde zum Zentrum der Spätromantik.
– Frühromantik / Jenaer Romantik (1798-1804)
Das Zentrum der Frühromantik war Jena mit dem Freundeskreis um die Brüder Schlegel, Novalis, Schelling, Humboldt, Veith und Böhmer. Es entstanden hier erste programmatische Dichtungen. Einen großen Einfluss auf die Verbreitung des romantischen Denkens übte August Wilhelm Schlegel mit seinen Vorlesungen aus. Eine große Bedeutung kommt den Jenaern Romantikern zu Gute: sie setzten sich für die Förderung der Weltliteratur ein, z. B. August Wilhelm Schlegel mit seinen Dramenübersetzungen von Shakespeare. Es entstanden auch Literaturzeitschriften (z. B. Athenäum, 1798-1800), in welchen sie ihre Schriften publizierten.

• Friedrich Schlegel (1772-1829)
– Lucinde (Roman 1799)
• August Wilhelm Schlegel (1767-1845)
– gab zusammen mit seinem Bruder von 1798-1800 die Zeitschrift “Athenaeum” heraus
• Novalis (Friedrich von Hardenberg 1772-1801)
– Hymnen an die Nacht (Gedichte 1797)
– Heinrich von Ofterdingen (Romanfragment 1802)
• Ludwig Tieck (1773-1853)
– Der gestiefelte Kater (Drama 1797)
• zusammen mit Wilhelm Heinrich Wackenroder (1773-1798):
– Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders (1797)
• Theoretische Schriften (1796)
– Hochromantik / Heidelberger Romantik (1804-1818)
Das Zentrum der Hochromantik war Heidelberg mit dem Dichterkreis um Joseph von Eichendorff, Arnim, Brentano. Nebenzentren waren München und Berlin, wo Schelling und Schleiermacher tätig waren. Die besondere Leistung der Hochromantiker war die Förderung der Volkspoesie (Sagen, Märchen, u. a.), z. B. von Arnim und Brentano mit Des Knaben Wunderhorn oder Kinder- und Hausmärchen undDeutsche Sagen der Gebrüder Grimm.
– Spätromantik / Berliner Romantik (1816-1835)
Berlin, mit den Salon der Rahel Levin-Varnhagen, war das Zentrum der Spätromantik. Im Mittelpunkt dieses Dichterkreises standen Ludwig Tieck, Ernst Theodor Amadeus Hoffmann, Adam von Müller, Bettina von Arnim und Friedrich de la Motte Fouqué. Im Salon fanden zahlreiche Begegnungen, Diskussionen und Debatten unter den Spätromantikern statt. Nebenzentren waren Wien (Eichendorff, August Wilhelm Schlegel), Schwaben (Uhland, Mörike) und München (Schelling, Görres).

Höch und Spät Romantik
• Clemens Brentano (1778-1842)
– Gedichte
– zusammen mit Achim von Arnim (1781-1831) ab 1805 Des Knaben Wunderhorn (Volksliedsammlung)
• Joseph von Eichendorff (1788-1857)
– Gedichte
– Aus dem Leben eines Taugenichts (Novelle 1826)
• Ernst Theodor Amadeus (E.T.A.) Hoffmann (1776-1822)
– Das Fräulein von Scuderi (Novelle 1819)
– Der Sandmann ( Erzählung 1816)
• Jakob Grimm (1785-1863) und Wilhelm Grimm (1786-1859)
– Kinder und Hausmärchen (1812,1815,1822)
– Deutsches Wörterbuch (ab 1854, nach ihrem Tod fortgesetzt, 1961 abgeschlossen)

Literarische Formen
• Bildungs- und Entwicklungsroman
• Schauerroman
• Volkslied
• Sage
• Märchen
• Kunstmärchen

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