Vormärz J.D (1825 – 1848)

Vormärz J.D (1825 – 1848)

Als Vormärz wird eine Epoche der deutschen Geschichte bezeichnet. Der Vormärz wird auf die Jahre vor der Märzrevolution (1848) datiert, wobei verschiedene Einteilungen üblich sind. Wer den Vormärz im weiteren Sinne fasst, verortet ihn zwischen 1815 und 1848, wer ihn eng fasst, meint einen Zeitraum von 1830, auch 1840, bis 1848. Mit dem Begriff wird gleichermaßen die Literatur dieser Zeit bezeichnet.Die Motive des Vormärz waren die Forderung der Gleichbehandlung aller Menschen, eine demokratische Verfassung und die Freiheit der Presse, welche damals der Zensur unterlag.

Der Begriff Vormärz als Epochenbezeichnung bezeichnet den Zeitraum zwischen 1815 und 1848. Die Literatur des Vormärz wird unterteilt in Junges Deutschland und den eigentlichen Vormärz.
Die Bezeichnung Junges Deutschland wurde zuerst 1834 in Ludolf Wienbargs Ästhetischen Feldzügen verwendet. Es verband die Ablehnung der Restauration und des Adels und das Einsetzen für Presse-und Meinungsfreiheit.
Die literarische Strömung des eigentlichen Vormärz setzte 1840 ein und endete 1848 mit der gescheiterten Märzrevolution.

Vormärz J.D

  • Geschiche hintergrund

Die oppositionellen Strömungen innerhalb des Deutschen Bundes wurden durch die französische Julirevolution (1830) befeuert, die dem Bürgertum in der »Grande Nation« erneut zu Übernahme der Macht verhalf. Führte die Revolution im Nachbarland einerseits dazu, dass die Fürsten den Druck auf liberale und demokratische »Querdenker« nochmals verschärften, zeigte das an Selbstbewusstsein gewinnende Bürgertum auch hierzulande immer weniger Bereitschaft, sich mit der umfassenden Zensur und den weiteren Einschränkungen der Freiheit abzufinden.

  • Lyrik des Vormärz

Die Lyrik gilt als die hauptsächliche Gattung des Vormärz, was sich vor allem durch viele Lieder und Gedichte belegen lässt, die sich durch einen politischen Charakter auszeichnen.

1827 erschien August Heines Buch der Lieder, in dem seine frühen Gedichte zusammengefasst sind. Es besteht aus fünf Zyklen: Junge Leiden,Lyrisches Intermezzo, Die Heimkehr, Aus der Harzreise und Die Nordsee. Das Thema dieser Gedichte war meist eine unerfüllte oder unerreichbare Liebe.  Weiterhin sind Ferdinand Freiligrath (Neue politische und soziale Gedichte) und die Werke der Georg Herweghs, dessen Sammlung Gedichte eines Lebendigen (1841) großen Anklang beim Lesepublikum fand und ihn zu einem der bekanntesten Vertreter des Vormärz machte.

  • Epik des Vormärz

Die Epik erschien den jungdeutschen Schriftstellern als die geeignetste Gattung für ihre Werke, da sie durch ihre Regelfreiheit sich am besten ihren verschiedenen Inhalten anpassen konnte.
Die Reiseliteratur hatte mit Heinrich Heine einen Höhepunkt im 19. Jahrhunder gesteigert. Dabei sind Reiseberichte, Memoiren, Feuilletons, journalistische Textsorten, Briefe sowie die Skizze typische Textsorten der Zeit geschrieben.

Der wohl bedeutendste Reisebericht dieser Sammlung war Die Harzreise (1826), die nach Heines Wanderung durch den Harz im Sommer 1824 entstand und 1826 veröffentlicht wurde. In diesem Reisebild verarbeitete Heine durch satirisch-witzige Elemente die aktuellen politischen Verhältnisse in Deutschland.
1834 erschien die wohl bekannteste Flugschrift des Jungen Deutschlands, Der Hessische Landbote von Georg Büchner und Friedrich Ludwig Weidig auf ca. 1000 Exemplaren anonym und unter einer fingierten Ortsangabe. Im Hessischen Landboten werden die hessischen Bauern zur Revolution gegen die Obrigkeit aufgerufen.

  • Dramatiker des Vormärz

Als einer der wichtigsten Dramatiker  war Christian Dietrich Grabbe , der das Geschichtsdrama bevorzugte. In seinem bekanntestem Werk, Napoleon oder Die hundert Tage, das 1831 erschien, legte Grabbe wichtige Grundsteine für die Entwicklung des epischen Dramas. Seine Dramen sind von Pessimismus bestimmt, enden aber nicht im Weltschmerz, sondern kritisieren stark das Wirklichkeitsverständnis seiner Zeit.

Ein wesentlicher Vertreter in dieser zeit war Georg Büchner, der sich zwar aufgrund seines frühen Todes eher dem Jungen Deutschland zurechnen ließe, doch aufgrund der inhaltlichen Ausprägungen seiner Dramen in jedem Fall wesentliche Aspekte des Vormärz verkörpert, wie etwa im Revolutionsdrama Dantons Tod oder Woyzeck.

  • Vertreter und Werke des Vormärz

Heinrich Heine (1797-1856)

  • Die schlesischen Weber (1844)
  • Ein Wintermärchen (1844)

Friedrich Wilhelm Schulz (1797–1860)

  • Der Tod des Pfarrers Dr. Friedrich Ludwig Weidig (1843)

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

  • Unpolitische Lieder (1840/41)
  • Das Lied der Deutschen (1841)

Ferdinand Freiligrath (1810-1876)

  • Ça ira. Neue politische und soziale Gedichte (1849?)

Georg Büchner (1813–1837)

  • Der Hessische Landbote(1834)
  • Dantons Tod (1835)
  • Leonce und Lena(1836)
  • Lenz(1839)
  • Woyzeck(1879)

Georg Herwegh (1817-1875)

  • Gedichte eines Lebendigen (1841)
  • Aufruf (1841)
  • Bundeslied für den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (1863)

Georg Weerth (1822-1856)

  • Humoristische Skizzen aus dem deutschen Handelsleben (1847/48)
  • Leben und Taten des berühmten Ritters Schnapphahnski (1848 – 1849)

Ernst Willkomm (1810-1886)

  • Grenzer, Narren und Lotsen (1842)

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